Audienz bei Prinzessin Ilse

Der Heinrich-Heine-Weg war auch in diesem Jahr wieder unsere Wanderstrecke. Das Besondere – wir begaben uns gemeinsam mit DFG-Freunden aus Sachsen-Anhalt auf den Weg. Zwei Kinder im Vorschulalter mit ihren aufgeweckten Hunden waren auch dabei und sorgten für eine fröhliche Stimmung.

Ein bisschen wehmütig fragten wir uns warum wir keine Kinder in der Bezirksgruppe Braunschweig bei unseren Veranstaltungen dabei haben? Es hat solchen Spaß gemacht mit den Zwergen – sie sind fleißig gewandert. Es ist aber auch eine so bezaubernde Gegend – das Tal der Ilse. Man hört ihr Murmeln und Rauschen, wenn sie durch die Felsen springt. Hin und wieder spiegelten sich auch ein paar Sonnenstrahlen im Wasser, aber meist bedeckten Wolken den Himmel.

Der Weg war von Wanderern aller Altersklassen gut frequentiert, trotzdem gelang es uns den Rastplatz an den oberen Ilsefällen direkt am Heine-Gedenkstein zu belegen. Der Übergang auf dem Bremer Weg, vorbei an der Bremer Hütte, ließ uns doch recht ratlos dreinschauen, die Hütte lag zusammengefallen am Boden und die Berghänge ringsherum waren kahl geschlagen. Doch der herrliche Brockenblick entschädigte uns und ließ uns gar nicht wieder los.

Unser eigentliches Ziel war aber die Plessenburg und der Magen meldete sich auch schon. Lang erschien uns der Weg durch den Hochwald bis dahin. Die Kinder zeigten auch leichte Ermüdung, leider zogen das Flüstern der Ilse und ihre geheimnisvolle Umgebung uns hoch oben nicht mehr in ihren Bann.

Auch der längste Weg geht einmal zu Ende und dank Selbstbedienung stand schnell unser köstliches Essen im Biergarten der Plessenburg auf dem Tisch. Wie im Vorjahr gab es noch ein Pölkky-Spiel auf der Forsthauswiese, doch dann wurde es kühl und Zeit für den Abstieg. Ein langer Blick noch von den Paternosterklippen und dann hinauf zum Ilsestein. Vor 184 Jahren schwärmte schon Heinrich Heine von diesem Ort, wo er gedankenverloren gestanden hatte, die Musik des unterirdischen Zauberschlosses der Ilse hörte und wo die roten Ziegeldächer Ilsenburgs und die Bäume rundherum zu tanzen begannen. Er umklammerte das eiserne Kreuz – welches heute noch an dieser Stelle steht – und war gerettet! Sabine und Steffen wollten es genau wissen und erkletterten das „rettende“ Kreuz.

Schnell gelangten wir auf dem kurzen Weg ins Tal, nahmen Abschied von unseren Freunden aus Sachsen-Anhalt, denn vor ihnen lag ein langer Heimweg. Wir kehrten noch kurz wie im Vorjahr bei der Brockenhexe auf einen Kaffee ein und schmiedeten schon neue Wanderpläne für 2009.