Begegnungen mit Finnland – Erinnerungen, die bleiben

Einen ganz persönlichen Einblick in seine stetig gewachsene Liebe zu Finnland gewährte uns Prof. Dr. Axel Bleckwedel in seinem Diavortrag anlässlich des finnischen Jubiläumsjahres im Blauen Saal des Braunschweiger Schlosses. Die Volkshochschule Braunschweig und die Stadtbibliothek gewannen wir glücklicherweise als Mitveranstalter.

Die Reise zum Nordkap – ein Geschenk der Eltern zum bestandenen Abitur, war der Startschuss für die Nordlandsehnsucht Axels. Es folgten Reisen als Student mit Freunden, als junges Paar mit seiner Helga, als Familienvater mit Kindern. Er zeigte sich u.a. als Skilangläufer, Rallyefahrer, Liebhaber kleiner finnischer Cafés, Ballonpassagier und schwimmend zwischen Eisschollen im Bottnischen Meerbusen, anfangs als Zeltler und später im gemieteten Mökki wohnend. Berufliche Aufenthalte als Gastdozent in Helsinki kamen noch ergänzend hinzu.

In mehr als 40 Jahren hat er mit seiner Kamera Unmengen Bilder in Finnland eingefangen und für den Zuschauer aus diesem Fundus eine interessante, nachvollziehbare Retrospektive erstellt. Eine gewaltige Fleißaufgabe, da er ja nicht als Fotojournalist reiste, sondern als ganz normaler an Land und Leuten interessierter Tourist, der große Freude am Fotografieren hat.

Aktuelles Zeitgeschehen, welches seine Aufenthalte zufällig begleitete, flocht Axel mit in seine Auswahl ein. Besonderes Augenmerk schenkte er der sich verändernden Hauptstadt Helsinki mit ihren herausragenden Bauwerken. Die Finlandia-Halle, die Akademische Buchhandlung von Alvar Aalto, Steven Holls Kiasma und das Musiikkitalo finden ihren Platz, aber auch Eila Hiltunens Sibelius-Monument und die Temppeliaukion kirkko als stiller Ort, der im Laufe der Jahre leider zum Rummelplatz mutiert ist.

So nebenbei führte er die Zuschauer an interessante Orte, wie zum Beispiel das tatsächlich existierende Antiquitätengeschäft in der Iso Roobertinkatu, einem Schauplatz aus dem Roman „Der Sohn des Donnergottes“ seines finnischen Lieblingsautors Arto Paasilinna. Er wirbt auch für ein Kleinod in Varkaus: das von einem Deutschen gegründete Museum für mechanische Musikinstrumente.

Als gastvorlesender Dozent an der  Arcada University in Helsinki entstanden dann auch noch ganz eigene Blicke hinter die Kulissen. Die freien Abende als „Alleinreisender“ animierten zusätzlich zu fotografischen Streifzügen.

Die während der Ballonfahrt entstandenen traumhaft schönen winterlichen Landschaftsbilder, die unberührte Natur suggerieren und die Schattenwürfe der Bäume im Sonnenlicht wie grafische Kunstwerke erscheinen lassen, sind das absolute Highlight des Vortrages.

Da Axel und  Helga nun auch seit ein paar Jahren ein zweites Standbein in Finnland haben – ihre Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind leben dort – sind Reiselust und Finnlandsehnsucht garantiert und wir können uns auf weitere „Begegnungen“ in Bildern mit Musik freuen.

November 2017          Brigitte Schöne

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