Konzert des Duos Hirvonen und Kettunen in Vechelde

Ist Ihnen schon mal ein Jouhikko begegnet? Ich jedenfalls lernte es nicht in den Wäldern des Nordens sondern in Vechelde kennen. Am 5. Mai dieses Jahres fand dort im gut besetzten Foyer des Julius-Spiegelberg-Gymnasiums ein außergewöhnliches und sehr beeindruckendes Konzert des Duos Päivi Hirvonen und Paavo Kettunen statt. Beide Musiker stammen aus Jyväskylä und haben dort ihre musikalische Ausbildung begonnen, die sie in Kokkola und schließlich an der Sibeliusakademie in Helsinki fortgesetzt haben. Sie sind beide in vielen Stilrichtungen zuhause, die Bandbreite reicht über Klassik, Folk bis zu Jazz.

Das heutige Konzert wird durch den stellvertretenden Bürgermeister Vecheldes Herrn Hartmann mit einer herzlichen Begrüßung eröffnet. Dr. Otso Haahtela stellt sich dankenswerterweise als Übersetzer zur Verfügung. Er übersetzt auch die Erklärungen, die Päivi zu den einzelnen Musikstücken gibt.

Die diesjährige Konzertreise  Hirvonen und Kettunen widmet sich der finnischen Folkmusik, einer Mischung aus traditionellen und neu komponierten Stücken, die alle eine Geschichte erzählten:
So tanzten die Flößer (Jokiliikkuja) oder es sang das von ihrem Geliebten verlassene Mädchen (Eikä mun saisi laulella). Ein anderes Stück hatte das Heimweh einer jungen Frau zum Inhalt, die zwar jetzt ihr eigenes Land besitzt aber doch von ihrer Familie getrennt ist (Omilla mailla).
Jedes der dargebotenen Stücke wurde in Rhythmus und Lautstärke differenziert gestaltet, wobei sich Paavo Kettunen auf seiner Gitarre als versierter und sensibler Begleiter zeigte, der
unterschiedliche Spieltechniken und Klangfarben seines Instruments einzusetzen wusste.
Päivi Hirvonen sang jedes Stück mit viel Gefühl, so dass man sich in die jeweilige Geschichte hineinversetzt fühlte. Dazu kam ihr sehr akzentuiertes Geigenspiel, das oft einen reizvollen Kontrast zur Melancholie des Gesanges bildete. Einige Stücke (z.B. Maammo ja Karkelo oder Johannes Yli-Nikkola) begleitete Päivi auf dem Jouhikko. Dieses Instrument ist ebenso alt wie die Kantele. Es handelt sich um eine Leier mit Resonanzkörper, die wohl aus dem keltischen Kulturkreis nach Norden gewandert ist. Sie galt als das Hauptinstrument der Barden. Die Saiten des Jouhikko werden gestrichen, wobei auf den äußeren Saiten die Melodietöne gespielt werden und die inneren Saiten dazu einen mittelalterlich anmutenden Bordunklang bilden.

Das Konzert wurde durch eine kurze Pause unterbrochen, in der
Die Gelegenheit bestand, eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Am Schluss folgten zur Freude des begeistert applaudierenden Publikums noch zwei temperamentvolle Zugaben. Päivi gibt den Bereich vor der Bühne als Tanzfläche frei, aber es traut sich niemand, das Angebot anzunehmen. Es folgen Dankesworte an die beiden Künstler und an alle helfenden Hände, die für die Gestaltung eines solchen Abends nötig sind. Herr Hartmann wurde zudem für die 25-jährige Mitgliedschaft in der DFG durch die Vorsitzende der Bezirksgruppe Braunschweig Maren Abelmann geehrt. Die beiden weiteren Jubilare waren leider aus persönlichen bzw. gesundheitlichen Gründen verhindert.

Nach dem musikalischen folgte dann der kulinarische Genuss. In der Pizzeria Toni wartete ein buntes und schmackhaftes Büffet auf hungrige Gäste.