Orgelkonzert mit Olli Pyylampi

Orgelkonzert in der St. Pauli-Kirche in Braunschweig

Orgelkonzerte haben einen schweren Stand beim Publikum – das wussten wir, entschieden uns aber trotzdem für ein Gastspiel des jungen Organisten Olli Pyylampi und wurden reichlich belohnt. Allein die Vorstellung, dass ein Organist auf Konzertreise geht – ohne „seine“ Orgel bei sich zu haben – jeden Tag ein anderes Instrument, neue Klangräume, fremde Register, neue Klangfarben, andere Stimmungen kennen lernen und spielen muss – das ist schon eine gewaltige Herausforderung. Sich mit dem fremden Instrument vertraut zu machen und die Register so zu wählen, dass es den Klangvorstellungen des Künstlers entspricht, ist ein Zeitaufwand, von dem der Zuhörer am Abend nichts ahnt.

Olli Pyylampi begann sein Programm – sozusagen zum Einhören in die finnische Musikwelt mit Jean Sibelius` „Intrada“. Sehr feierlich, eine gute Einstimmung auf die folgenden drei Stücke finnischer Komponisten, die ihm offensichtlich die liebsten sind und auch beim Publikum die größte Sympathie fanden. Mit Joonas Kokkonens „Lux aeterna“ gelang es Olli Pyylampi wie durch Zauberei einen von Licht durchfluteten Raum hörbar zu machen. Finnisch, leicht schwermütig klang die „Pastorale“ von Taneli Kuusisto und als stärkstes Stück blieb die Chaconne von Aulis Sallinen im Gedächtnis. Eine beeindruckende Komposition und Interpretation, die neugierig auf diesen Komponisten unserer Zeit macht.

Johannes Brahms wandte sich erst an seinem Lebensende intensiver der Orgel zu. Seine Choralvorspiele deuten die Melodie des kommenden Chorals nur an, versetzen den Hörer jedoch in eine zum jeweiligen Kirchenlied passende Stimmung. Olli Pyylampis Spiel unterstützte genau das, und man musste schon wachsam lauschen die bekannten Lieder herauszuhören.

Leicht ging ihm die „Cantilene“ Josef Gabriel Rheinbergers von der Hand – Rheinberger schon als Kind mit der Orgel bestens vertraut, war Organist mit allen Fasern seines Herzens – eine Seelenverwandtschaft, die der Zuhörer sofort spürte!

Den Abschluss bildete Felix Mendelssohns Orgelsonate Nr. 2 in c – von Olli Pyylampi sehr dicht ausgelegt, um die Klangvielfalt der Orgel in der Paulikirche so noch einmal deutlich zum Ausdruck zu bringen, ein sehr lebendiges, fröhliches Spiel! Kräftiger Beifall!