40 Jahre DFG-Bezirksgruppe Braunschweig

Zum Septemberstammtisch war aus diesem Grunde eine Geburtstagsfeier in der Brunsviga angesetzt. Seit 2005, ein paar auswärtige Stammtische ausgenommen, war die Bezirksgruppe dort fast 120- Mal im Restaurant zu Gast. Die Besucherzahlen schwankten dabei zwischen 8 und 38 Personen. Der Termin war günstig, es fand keine weitere Veranstaltung im Kulturzentrum statt und wir hatten das Restaurant fast nur für uns.

Als Ehrengäste begrüßten wir Heide und Otso Haahtela. Sie riefen die Bezirksgruppe 1978 ins Leben und managten erfolgreich die ersten 25 Jahre. Sie gewannen in kurzer Zeit unglaublich viele Mitglieder und stellten Veranstaltungen auf die Beine, die heute in dieser Form leider nicht mehr möglich sind, weil auch das Publikumsinteresse nicht mehr vorhanden ist. Von den nachfolgenden Vorständen saßen Liisa Rübenkamp, Maren Abelmann (damals Söhl), Manfred Keil und Pirkko Marbach mit am Geburtstagstisch und natürlich vom aktuellen Team Katrin Söhl und Brigitte Schöne. Helga Bleckwedel war leider verhindert, hatte aber eine Grußbotschaft an die Festrunde geschickt.

Landesvorstandsvorsitzender Wilhelm Tietje erschien auch als Gratulant. In seiner kleinen Ansprache sparte er nicht mit Lob und Dank für alle Aktiven und hob ein paar Highlights aus den vielen Veranstaltungen der 40 Jahre besonders hervor. Für alle ein Grund zur Freude und so forderte er die Runde zum fröhlichen gemeinsamen Kanon-Singen auf. Auch der „Gründervater“ sprach noch ein paar Worte zur Historie und zeigte sich erfreut, dass sein, gemeinsam mit seiner Ehefrau, eingesetztes „Pflänzchen“ gepflegt wird.

In geselliger Runde bei interessanten Gesprächen verflog der Abend rasch. Die jüngsten Mitglieder haben viel Geduld aufgebracht, aber dann war doch ihre Schlafengehzeit überschritten und sie drängten ihre Eltern nach Hause, so löste sich die Gesellschaft langsam auf.

Netter, unterhaltsamer Abend mit „Pulla-Runebergin-Juhlatorttu“! Übrigens, ein Drittel der erwachsenen Gäste in dieser Geburtstagsstammtisch-Runde waren finnische Muttersprachler!

Braunschweig, 30. September 2018

 

Boßeln auf anderen Wegen

Am 1. Mai war wieder Boßeln angesagt. Doch bei Sturmwarnung mussten wir umplanen, denn die übliche Strecke durch den Wald war uns zu heikel.

Also trafen wir uns in Riddagshausen und entschieden uns spontan für einen anderen Weg. Vorbei an Wiesen mit tollem Blick auf die wunderschöne und imposante Klosterkirche. Und wir hatten Glück: Der Wind flaute ab und die Sonne zeigte sich.

Unsere fleißigen Boßelkugelholer waren wieder dabei und mussten diesmal hin und wieder weite Strecken voraus gehen. Die Zeit verflog bei netten Gesprächen und spaßigen Wurfrunden. Schließlich gab es ein Unentschieden und alle freuten sich, am Zielpunkt, einem Hochsitz, angekommen zu sein.

Unseren Proviant fürs Picknick hatten wir am Treffpunkt gelassen, da wir nur eine kleine Runde gehen wollten. Als wir den Hochsitz erreichten waren jedoch alle hungrig und beschlossen, den Weg zurück anzutreten.

Abgerundet wurde der Tag dann auf der Terrasse mit vielen leckeren kleinen Köstlichkeiten: Käseschnecken, Sandwiches, Karjalan Piirakka und Eibutter, Gemüse und Dip und Minttu-Kekse.

Erst als die Sonne unterging, löste sich die lustige Runde auf und trat den Heimweg an.

Nächstes Jahr gehen wir den Weg noch einmal – und dann mit Proviant im Gepäck und Picknick auf dem Hochsitz.

Harald Helanders Lebenserinnerungen

Der finnische Umweltschützer stellte in der Stadtbibliothek Salzgitter sein Buch vor

Man muss ihn erlebt haben, den Erbauer des Blockhauses am großen Flussbogen, der seine Zuhörer mitreißt sich einzusetzen für Natur- und Umweltschutz, denn es ist seine Herzensangelegenheit und er geht mit gutem Beispiel voran! Ein finnisch-deutscher agiler 84-Jähriger mit freundlichem Gesicht und gütigen, wachen Augen erzählt aus seinem bewegten Leben. Unfassbar, dass ein Mensch für die Bewahrung der letzten Urwälder Lapplands und des einzigartigen Wildnis-Sees Inari so vieles zuwege brachte. Er stritt, demonstrierte, organisierte, kämpfte, griff direkt ein, verhinderte Holzeinschläge großen Ausmaßes für die Papierindustrie, gigantische Stauseebauvorhaben und die touristische Erschließung der Uferzonen des Inari. Harald Helander scheute keine Anklage vor Gericht, appellierte mit großartigen Beiträgen und Interviews in Helsingin Sanomat, der Süddeutschen, dem Spiegel, der Zeit, vielen Lokal- und Umweltzeitungen, im Rundfunk, in Geo und auch in der DFG-Rundschau.

Er lebt mit der Natur im Einklang. Schon als junger Mensch begann er auf seinen langen, strapaziösen Alleinwanderungen die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Die Schönheit der Wildnis des Nordens hat ihn schon früh in ihren Bann gezogen und er verteidigt sie mit jeder Faser seines Herzens. Für seine Touren baute er ein selbst konstruiertes, tragbares Kanu und als Behausung am Ivalo-Fluss diente anfangs ein von seiner Frau Margarete genähtes Indianerzelt, welches sie gemeinsam zwei Jahre lang im Sommer und im Winter bewohnten.

Aber es gibt noch ein „zweites Leben“ des Umweltaktivisten als leitender Bauingenieur auf Großbaustellen in fast allen Teilen der Welt. Selbst wenn ihm der „rote Teppich“ ausgerollt wurde, lebte er ein bescheidenes Leben vor und sein Können, seine Durchsetzungskraft im harten Baugewerbe, wo man sich gewiss nicht mit Samthandschuhen anfasst, verhalfen ihm zu Hochachtung und großen Erfolgen. Auch im Beruf beschritt er ungewöhnliche Wege und kann manche Anekdote erzählen und von extrem gefährlichen Situationen berichten.

Den Traum vom selbstgebauten Blockhaus am Ufer des Ivalo verwirklichte sich das Ehepaar Helander mit Hilfe guter Freunde, ganz nach eigenen Ideen, ohne Eingriffe in die umgebende Natur. Mittlerweile hat sich Harald Helander einen großen Bekanntheitsgrad „erstritten“ und seine Erfahrungen, sein Wissen sind weltweit gefragt.

Eine spannende, unglaubliche Lebensgeschichte, die hoffentlich viele ebenso mutige Nachahmer findet, die es wagen sich einzusetzen.

Ein herzliches Dankeschön an den NABU, auf dessen Einladung Harald und Margarete Helander zu dieser Vortragsreihe auch nach Salzgitter gekommen sind!

Wer keine Gelegenheit hatte den Vortrag zu hören, bzw. zu spät davon erfuhr, weil die Kipinä verzögert eintraf, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Brigitte Schöne

Begegnungen mit Finnland – Erinnerungen, die bleiben

Einen ganz persönlichen Einblick in seine stetig gewachsene Liebe zu Finnland gewährte uns Prof. Dr. Axel Bleckwedel in seinem Diavortrag anlässlich des finnischen Jubiläumsjahres im Blauen Saal des Braunschweiger Schlosses. Die Volkshochschule Braunschweig und die Stadtbibliothek gewannen wir glücklicherweise als Mitveranstalter.

Die Reise zum Nordkap – ein Geschenk der Eltern zum bestandenen Abitur, war der Startschuss für die Nordlandsehnsucht Axels. Es folgten Reisen als Student mit Freunden, als junges Paar mit seiner Helga, als Familienvater mit Kindern. Er zeigte sich u.a. als Skilangläufer, Rallyefahrer, Liebhaber kleiner finnischer Cafés, Ballonpassagier und schwimmend zwischen Eisschollen im Bottnischen Meerbusen, anfangs als Zeltler und später im gemieteten Mökki wohnend. Berufliche Aufenthalte als Gastdozent in Helsinki kamen noch ergänzend hinzu.

In mehr als 40 Jahren hat er mit seiner Kamera Unmengen Bilder in Finnland eingefangen und für den Zuschauer aus diesem Fundus eine interessante, nachvollziehbare Retrospektive erstellt. Eine gewaltige Fleißaufgabe, da er ja nicht als Fotojournalist reiste, sondern als ganz normaler an Land und Leuten interessierter Tourist, der große Freude am Fotografieren hat.

Aktuelles Zeitgeschehen, welches seine Aufenthalte zufällig begleitete, flocht Axel mit in seine Auswahl ein. Besonderes Augenmerk schenkte er der sich verändernden Hauptstadt Helsinki mit ihren herausragenden Bauwerken. Die Finlandia-Halle, die Akademische Buchhandlung von Alvar Aalto, Steven Holls Kiasma und das Musiikkitalo finden ihren Platz, aber auch Eila Hiltunens Sibelius-Monument und die Temppeliaukion kirkko als stiller Ort, der im Laufe der Jahre leider zum Rummelplatz mutiert ist.

So nebenbei führte er die Zuschauer an interessante Orte, wie zum Beispiel das tatsächlich existierende Antiquitätengeschäft in der Iso Roobertinkatu, einem Schauplatz aus dem Roman „Der Sohn des Donnergottes“ seines finnischen Lieblingsautors Arto Paasilinna. Er wirbt auch für ein Kleinod in Varkaus: das von einem Deutschen gegründete Museum für mechanische Musikinstrumente.

Als gastvorlesender Dozent an der  Arcada University in Helsinki entstanden dann auch noch ganz eigene Blicke hinter die Kulissen. Die freien Abende als „Alleinreisender“ animierten zusätzlich zu fotografischen Streifzügen.

Die während der Ballonfahrt entstandenen traumhaft schönen winterlichen Landschaftsbilder, die unberührte Natur suggerieren und die Schattenwürfe der Bäume im Sonnenlicht wie grafische Kunstwerke erscheinen lassen, sind das absolute Highlight des Vortrages.

Da Axel und  Helga nun auch seit ein paar Jahren ein zweites Standbein in Finnland haben – ihre Tochter, Schwiegersohn und Enkelkind leben dort – sind Reiselust und Finnlandsehnsucht garantiert und wir können uns auf weitere „Begegnungen“ in Bildern mit Musik freuen.

November 2017          Brigitte Schöne

100 Jahre Finnland -Spätsommerfest im Park der Sinne in Hannover

Am 16. 9. 2017 trafen sich DFG- und Rengas-Mitglieder im Park der Sinne in Hannover zum Sommerausklang. Sonnenschein, blauer Himmel, ein wunderschöner Park und eine perfekte Organisation von Kaarina und Helga erwarteten uns.

Am Nachmittag schnitt die Landtagsabgeordnete Maaret  Westphely  (DFG-Mitglied, Tochter einer Finnin) die Finnland 100 Geburtstagstorte an.

Die Presse war da, auch beim Pölkky und Gummistiefelweitwurf gab es  Zuschauer, die Stimmung ausgesprochen fröhlich.

Dank an Kaarina und Helga!

 

Bericht: Brigitte Schöne

DFG Bundeshauptversammlung Ende Mai in Leipzig

Ende Mai wurde der neue DFG Vorstand auf der Bundeshauptversammlung in Leipzig gewählt. Mari Koskela (Vorsitzende), Hubert Kleine (Schatzmeister, Stellv. Vorsitzender) und Justus Burow  (Stellv., Vorsitzender) (Foto: von rechts nach links) haben die Arbeit aufgenommen. Weitere Infos finder ihr im DFG-Portal. Dem neuen Vorstand alles Gute und gutes Gelingen!

Außerdem wurde der ehemaligen Vorsitzenden Marjaana Staack das Ritterkreuz des Ordens des Löwen von Finnland durch die finnische Botschafterin verliehen. Einen ausführlichen Bericht findet ihr hier. Auch in den „Club der Elche“ wurde Marjaana aufgenommen, in den DFG-Aktive aufgenommen werden, die sich besonders um die DFG-Arbeit verdient gemacht haben. Danke Marjaana, für deinen Einsatz für die DFG!

Ein Stück Heimat für Finnen und Finnlandfreunde

Die DFG Braunschweig im Löwenstadt Blog.

Braunschweig ist bunt, das zeigt Jahr für Jahr Braunschweig International auf dem Kohlmarkt. Am 20. Mai 2017 präsentieren mehr als 30 Kulturvereine sich und ihr Land beim Fest der Kulturen und ich liebe es, zwischen den Ständen herum zu schlendern, mich von fremden Kulturen inspirieren zu lassen, hier köstliche, spanische Churros zu naschen, dort ein für Polen typisches Tyskie zu trinken und am finnischen Stand die zimtigen Pulla zu probieren.

Apropos Finnland. Das Land im Norden Europas gehört zu meinen Sehnsuchtsorten. Weiterlesen im Löwenstadt Blog

Kalevala – eine literarisch-musikalische Reise

Wie Brigitte in ihrem Bericht schon erwähnte, haben wir viele Ideen gesammelt, wie man das Jubiläumsjahr ausgestalten könnte. Die Liste reicht sicher noch für weitere Jahre. Eine Idee, die ich hegte und im Vorstand vorschlug, hieß „Kalevala“. Ich begann also – mal wieder – mich mit diesem Mythos zu beschäftigen und berichtete meiner Finnisch-Lehrerin Mari Aalto davon. Sie fand das Thema auch interessant und wir überlegten, ob man daraus nicht zweisprachig lesen könnte. Mari hatte bereits so eine Lesung zusammen mit Oliver Simon, dem Schauspieler des Braunschweiger Staatstheaters veranstaltet. Damals war ich fasziniert, dass sich mir der Inhalt des Romans „Fegefeuer“ von Sofi Oksanen erschloss, trotz der für mich unverständlichen finnischen Passagen.

Mari nahm also wieder Kontakt zu Oliver Simon auf, der sich in das für ihn sicherlich fremde Werk rasch einarbeitete und immer mehr Gefallen an der in strengem Metrum gehaltenen Nachdichtung von Lore und Hans Fromm fand. Es folgte ein intensiver Prozess der Auswahl geeigneter Szenen und so reifte der Wunsch heran, doch auch Musik und Bilder einzubeziehen. Die Bilder fanden sich u.a. bei Akseli Gallen-Kallela. Die Suche nach passender musikalischer Untermalung sollte zunächst im heimischen CD-Regal stattfinden. Doch schon bald spukte der Gedanke an Live-Musik in unseren Köpfen. Es fand sich schließlich in Annika Steinke eine junge Sängerin und Instrumentalistin, die die alten Gesänge und das Kantelespiel souverän beherrscht.

Parallel zu den nun beginnenden Proben liefen für uns die organisatorischen Aufgaben: einen für alle Mitwirkenden passenden Termin finden, die Suche nach einem kostengünstigen, geeigneten Aufführungs-Raum, Plakate und Flyer entwerfen, den Karten-Vorverkauf organisieren und die Veranstaltung bewerben.

Am Aufführungstag erfolgten Bühnenbild, Beleuchtungseinrichtung und Bestuhlung aus eigener Kraft, um die Kosten niedrig zu halten. Der nüchtern-funktionale Studiosaal des Kulturzentrums Brunsviga in Braunschweig wurde liebevoll dekoriert: kleine Tischchen zwischen den Sitzreihen mit bunten Teelichtern (natürlich von Iittala), im Blick die Bühne mit neugierig machenden Gegenständen aus finnischer Vorzeit. Nur der Laptop, der die Bilder in den Beamer zauberte, als Sampo verkleidet, schlug den Bogen in die neue Zeit.

Über 50 Gäste kamen und waren gespannt auf das kleine Kammerspiel.

Oliver Simon, Mari Aalto und Annika Steinke spielten mit enormer Kreativität, Sensibilität und Lebendigkeit. Sie präsentierten eine Aufführung, die nicht nur meine Vorstellung und Erwartung weit übertraf.

Den Rahmen der Aufführung bildeten Tagebucheintragungen von Elias Lönnrot, der die Gesänge des Kalevala auf seinen Reisen sammelte und aufschrieb. Seine Ski-  und Wanderausrüstung gehörte u.a. zum Bühnenbild.

Die Wanderung führt nach Kalevala, der Heimat Väinämöinens. Er ist der Sohn der Göttin Ilmatar und erblickte bereits als alter und weiser Mann das Licht der Welt, einer magischen Welt. Er ist ein mächtiger Zauberer, der mit seiner Stimme Kraft Wunder wirken kann. Die größte Macht entfaltet er im Gesang, die sich noch steigert, als er die Kantele erfindet.

Einer der Gesänge handelt von der unglücklichen Aino, die lieber stirbt, als einen Greis zu ehelichen. Es folgt die Rache ihres Bruders und Väinämöinens Ankunft in Pohjola, dem Reich der Nordlandkönigin und die Werbung um die Hand der schönen Nordlandtochter. Um diese heimführen zu können, soll Väinämöinen etliche schwierige Aufgaben erfüllen. Er bewältigt sie alle, bis auf das Schmieden des Sampo „mit dem schönen bunten Deckel“, diese Arbeit überlässt er dem Schmied Ilmarinen. Im Laufe der Geschichte  zerspringt der Sampo im Kampfgewühl.

Oliver Simon ist es gelungen, die Gesänge von jeglichem Pathos zu befreien und die Kraft der altertümlichen Sprache durch geschickte Stimmführung, Gestik und Mimik herauszustellen. Dabei entfaltete er eine Natürlichkeit, die die Schönheit der Dichtung den Zuhörern nahebrachte. Die Dialoge mit Mari, die den finnischen Urtext vortrug, erschlossen sich inhaltlich durch eingearbeitete Zusammenfassungen, bzw. die an das Segel von Väinämöinens Schiff projizierten Bilder.

Annika Steinke umrahmte die Szenen mit zarten, fast meditativen Kanteleklängen und gestaltete die Gesänge anmutig mit ihrer glockenhell klingenden Stimme. Umso überraschender wirkte die Geräuschkombination, mit der sie das Schmieden des Sampo hörbar machte und die Zaubermühle mit einem Tritt gegen einen Blecheimer scheppernd zerspringen ließ.

Ich habe selten ein Publikum erlebt, das so in den Bann des Spiels gezogen war. Mit herzlichem und ausdauerndem Applaus zeigten die Zuschauer ihre Begeisterung. Eine tolle Aufführung, die hoffentlich noch an anderen Orten gezeigt werden kann.

Helga Belckwedel

Die ersten 4 Monate des Jubiläumsjahres – 3 Veranstaltungen mit zeitintensiven Vorbereitungen – ein Rückblick

Am 22. Februar 2017 begann unser kleines Programm zum 100. Geburtstag Finnlands mit einer gemeinsamen Veranstaltung der Bibliothek und der DFG-Bezirksgruppe Braunschweig.

Die Stadtbibliothek im Braunschweiger Schloss lud im Rahmen einer neuen Reihe „Durchblick – Einblicke für Junggebliebene“ ein und gab dem Nachmittag den Titel „Finnen sind anders – Deutsche auch“. Die Bibliotheksmitarbeiterinnen legten alles auf, was der Bestand an finnischer Literatur und Sprachvermittlung zu bieten hat – der Büchertisch war reichlich gedeckt! Romane, Erzählungen, Krimis, Reiseführer, alte Landkarten aus dem Fundus und Sprachkurse – eine erstaunliche Fülle, viele bekannte Autoren, aber auch Neues, unbekanntes Altes gab es da zu entdecken.

Zur Einstimmung hatten wir Bilder und Texte (mit der freundlichen Erlaubnis der Autorin) aus einem finnischen Kinderbuch vorbereitet. „Soiva metsä“ von der bekannten finnischen Kinderbuchautorin Katri Kirkkopelto, welches 2015 anlässlich des 150. Geburtstages von Jean Sibelius leider nur in Finnland erschienen ist.

Kleine Vorträge zum Land, seinen Bewohnern und ihren Besonderheiten schlossen sich an. Über die finnische Sprache und das vorbildliche Bibliothekswesen wurde berichtet und Fragen der Zuhörer beantwortet. Kurzweilig und informativ, wunderschön bebildert  – bei Kaffee und Korvapuustit  – 70 Gäste waren gekommen!

Im März fand der Vortragsabend von Frau Dr. Marketta Göbel-Uotila in den Räumen der Volkshochschule Braunschweig statt. Großes Interesse bei Finnen und Nichtfinnen – 50 Gäste füllten den Vortragsraum im Dachgeschoss der Alten Waage – 1,5 Stunden Vortragsdauer waren angesetzt – reichlich 2 Stunden sind daraus am Ende geworden. Für diejenigen Zuhörer, die schon einen gut gefüllten Arbeitstag hinter sich hatten, sicher strapaziös, für den italienischen Restaurantinhaber, der ab 21:15 Uhr auf uns wartete, die Geduldsprobe!

Ein interessanter Abend und der letzte Vortrag auf der Niedersachsenrundreise von Dr. Marketta Göbel-Uotila, bei welchem sie nochmal alle Register zog. Trotz himmlischer Länge verließ das Publikum begeistert und zufrieden die Volkshochschule, nicht ohne vorher noch einen Händedruck oder ein paar persönliche Worte mit „Marketta“ zu wechseln.

Den wartenden „ Italiener“ haben wir trotz gewaltiger Verspätung noch aufgesucht in fröhlicher Runde gespeist, uns gut unterhalten und erst zur Mitternacht das gastliche Haus verlassen.

Der vorläufige Höhepunkt unserer Jubiläumsveranstaltungen war der KALEVALA-Abend in der Brunsviga, aber darüber wird Helga Bleckwedel berichten.

April 2017 Brigitte Schöne