Archiv für den Monat: Mai 2018

Boßeln auf anderen Wegen

Am 1. Mai war wieder Boßeln angesagt. Doch bei Sturmwarnung mussten wir umplanen, denn die übliche Strecke durch den Wald war uns zu heikel.

Also trafen wir uns in Riddagshausen und entschieden uns spontan für einen anderen Weg. Vorbei an Wiesen mit tollem Blick auf die wunderschöne und imposante Klosterkirche. Und wir hatten Glück: Der Wind flaute ab und die Sonne zeigte sich.

Unsere fleißigen Boßelkugelholer waren wieder dabei und mussten diesmal hin und wieder weite Strecken voraus gehen. Die Zeit verflog bei netten Gesprächen und spaßigen Wurfrunden. Schließlich gab es ein Unentschieden und alle freuten sich, am Zielpunkt, einem Hochsitz, angekommen zu sein.

Unseren Proviant fürs Picknick hatten wir am Treffpunkt gelassen, da wir nur eine kleine Runde gehen wollten. Als wir den Hochsitz erreichten waren jedoch alle hungrig und beschlossen, den Weg zurück anzutreten.

Abgerundet wurde der Tag dann auf der Terrasse mit vielen leckeren kleinen Köstlichkeiten: Käseschnecken, Sandwiches, Karjalan Piirakka und Eibutter, Gemüse und Dip und Minttu-Kekse.

Erst als die Sonne unterging, löste sich die lustige Runde auf und trat den Heimweg an.

Nächstes Jahr gehen wir den Weg noch einmal – und dann mit Proviant im Gepäck und Picknick auf dem Hochsitz.

Harald Helanders Lebenserinnerungen

Der finnische Umweltschützer stellte in der Stadtbibliothek Salzgitter sein Buch vor

Man muss ihn erlebt haben, den Erbauer des Blockhauses am großen Flussbogen, der seine Zuhörer mitreißt sich einzusetzen für Natur- und Umweltschutz, denn es ist seine Herzensangelegenheit und er geht mit gutem Beispiel voran! Ein finnisch-deutscher agiler 84-Jähriger mit freundlichem Gesicht und gütigen, wachen Augen erzählt aus seinem bewegten Leben. Unfassbar, dass ein Mensch für die Bewahrung der letzten Urwälder Lapplands und des einzigartigen Wildnis-Sees Inari so vieles zuwege brachte. Er stritt, demonstrierte, organisierte, kämpfte, griff direkt ein, verhinderte Holzeinschläge großen Ausmaßes für die Papierindustrie, gigantische Stauseebauvorhaben und die touristische Erschließung der Uferzonen des Inari. Harald Helander scheute keine Anklage vor Gericht, appellierte mit großartigen Beiträgen und Interviews in Helsingin Sanomat, der Süddeutschen, dem Spiegel, der Zeit, vielen Lokal- und Umweltzeitungen, im Rundfunk, in Geo und auch in der DFG-Rundschau.

Er lebt mit der Natur im Einklang. Schon als junger Mensch begann er auf seinen langen, strapaziösen Alleinwanderungen die Natur mit allen Sinnen zu erfahren. Die Schönheit der Wildnis des Nordens hat ihn schon früh in ihren Bann gezogen und er verteidigt sie mit jeder Faser seines Herzens. Für seine Touren baute er ein selbst konstruiertes, tragbares Kanu und als Behausung am Ivalo-Fluss diente anfangs ein von seiner Frau Margarete genähtes Indianerzelt, welches sie gemeinsam zwei Jahre lang im Sommer und im Winter bewohnten.

Aber es gibt noch ein „zweites Leben“ des Umweltaktivisten als leitender Bauingenieur auf Großbaustellen in fast allen Teilen der Welt. Selbst wenn ihm der „rote Teppich“ ausgerollt wurde, lebte er ein bescheidenes Leben vor und sein Können, seine Durchsetzungskraft im harten Baugewerbe, wo man sich gewiss nicht mit Samthandschuhen anfasst, verhalfen ihm zu Hochachtung und großen Erfolgen. Auch im Beruf beschritt er ungewöhnliche Wege und kann manche Anekdote erzählen und von extrem gefährlichen Situationen berichten.

Den Traum vom selbstgebauten Blockhaus am Ufer des Ivalo verwirklichte sich das Ehepaar Helander mit Hilfe guter Freunde, ganz nach eigenen Ideen, ohne Eingriffe in die umgebende Natur. Mittlerweile hat sich Harald Helander einen großen Bekanntheitsgrad „erstritten“ und seine Erfahrungen, sein Wissen sind weltweit gefragt.

Eine spannende, unglaubliche Lebensgeschichte, die hoffentlich viele ebenso mutige Nachahmer findet, die es wagen sich einzusetzen.

Ein herzliches Dankeschön an den NABU, auf dessen Einladung Harald und Margarete Helander zu dieser Vortragsreihe auch nach Salzgitter gekommen sind!

Wer keine Gelegenheit hatte den Vortrag zu hören, bzw. zu spät davon erfuhr, weil die Kipinä verzögert eintraf, dem sei das Buch wärmstens empfohlen.

Brigitte Schöne